4. Friday Night Talk: Wohnen in der Pampa

Nordhessen wächst tendenziell – und doch wird überall über die Landflucht und das unattraktive Land gesprochen: Was hat die Schwalm denn wirklich zu bieten und welche Schwächen hat sie?

Mit dem Thema „Wohnen in der Pampa“ haben wir uns am 20. Juli 2018 zu unserem 4. Friday- Night- Talk getroffen.

Zu Beginn der Runde haben wir festgestellt, das wir nicht pauschal Stadt und Land vergleichen sollten, denn beide haben ihre jeweiligen Vorteile: So wurden beispielsweise die Lebensumstände auf dem Land dem oft hektischen Leben gegenübergestellt. Konkret wurde dies an Kindheitserinnerung festgemacht, die gerade die Weitläufigkeit der dörflichen Umgebung geschätzt haben, während man in der Stadt Teil eines großen Ganzen ist und  durch die Anonymität auch einfach mal abschalten kann. Wir kamen zu dem Schluss: Jede Form hat also ihre Vor- und Nachteile.

Ein großes Thema war ebenso das Internet, speziell auf den ländlichen Gebiet bei uns bezogen. Arbeitet man im Büro in der Stadt und möchte gerne moderne Arbeitsformen wie Home Office in Anspruch nehmen, kann einem das Internet in kleinen Dörfern häufig einen Strich durch die Rechnung machen. Deutschland liegt auf der Weltrangliste des Internetangebots nur auf 171. Wir haben da also noch Luft nach oben und sollten unbedingt weiter nachrüsten, um die Attraktivität der ländlichen Gebiete zu erhöhen!

Ein weiteres Diskussionsthema waren die öffentlichen Einrichtungen und Gebäude. Immer mehr Dorfgemeinschaftshäuser werden schlecht bis gar nicht benutzt oder gar abgerissen – Brauchen wir also noch DGHs? Über diese Frage wurde sich ergiebig ausgetauscht, wenngleich am Ende die Mehrheit den Wert der Dorfgemeinschaftshäuser als örtlichen Treffpunkt nicht missen möchten.

Öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten sind Angebote, die auch auf dem Land nicht fehlen dürfen und gefördert werden müssen. Uns stellte sich die Frage, ob dies nicht besser von der Landesregierung unterstützt werden sollte, um die Kommunen zu entlasten – denn gerade unter dem Konzept der teilweisen Gebührenfreiheit, welches von der schwarz-grünen Landesregierung beschlossen wurde, leiden im Endeffekt die Kommunen.

Auch Schwimmbäder oder Kneipen werden immer weniger, da die Unterhaltungskosten zu hoch sind. Dazu kommt noch, das viele Busse nur mehr als dürftig fahren. ÖPNV im Schwalm-Eder-Kreis bedeutet viel zu häufig ausschließlich SchülerInnen-Verkehr. Nachbesserungen an dieser Stelle, unabhängig der konkreten Ausgestaltung, würden der Lebensqualität auf dem Land zu Gute kommen!

Trotz dessen haben wir in der Runde festgestellt, wie gerne wir auf dem Land leben. Auch wenn manche ihre beruflichen Perspektiven zumindest vorübergehend in der Stadt sehen, gab es niemanden in der Runde, der oder die das Leben auf dem Land verfluchen würde oder gar für immer von hier fortziehen möchte. Ersichtlich wurde aber einmal mehr: In Hessen wohnen auch Menschen nördlicher als Frankfurt – und auch für sie müssen Angebote aus Wiesbaden kommen.

 

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